www.onkologie.hexal.deMaßnahmen, die eine Chemotherapie unterstützen
Was kann man selbst dazu tun?
Als Patient, der sich einer Chemotherapie unterziehen muss, ist man keineswegs
dazu "verdammt" nur alles über sich ergehen zu lassen. Sie haben
die Möglichkeit die Behandlung mitzugestalten und können mit dazu beitragen,
dass die Chemotherapie optimal wirkt.
Zwei Punkte sind dabei von großer Bedeutung. Das Eine ist die persönliche
positive Haltung. Die innere Einstellung zur gewählten Therapie und das Vertrauensverhältnis
zu Ihrem Arzt und dem Pflegepersonal sind entscheidend. Sie werden vielleicht
durch Bekannte oder Zeitungsberichte mit ängstigenden und vorurteilsbehafteten
Äußerungen Zweifel bekommen. Es ist außerordentlich wichtig,
dass Sie auch über solche Probleme mit Ihrem Behandlungsteam reden. Das Andere
ist das richtige "Miteinander". In der Krebserkrankung und nicht in
der Chemotherapie Ihren Gegner zu sehen - und in Ihrem Behandlungsteam Verbündete
im Kampf gegen die Erkrankung – das hilft sehr, die Behandlung besser zu
ver- und ertragen!
Aber auch zusätzliche Verhaltensmaßnahmen können erheblich dazu
beitragen, die Belastung, die eine Chemotherapie ohne Zweifel darstellt, zu mindern.
Alkohol und Nikotin
Bei einer Chemotherapie muss der Körper, wie Sie gelesen haben, einiges aushalten. Daher ist es klug, wenn man weitere Belastungen z. B. durch Alkohol und/oder Nikotin vermeidet. Versuchen Sie möglichst nicht oder wenig zu rauchen, und Alkohol allenfalls in kleinen Mengen zu trinken. Bei einigen Zytostatika führt die gleichzeitige Einnahme von Alkohol zu Unverträglichkeitserscheinungen. Fragen Sie dazu ggf. Ihren Arzt.
Allgemeine Ernährung
Oft werden spezielle Krebsdiäten in der Presse und in manchen Büchern
angepriesen. Dies ist während einer Chemotherapie nicht erforderlich. Manche
dieser oft sehr einseitigen Diätkuren können sogar schaden! Grundsätzlich
können Sie das essen, was Ihnen schmeckt und worauf Sie gerade Lust haben.
Gelegentlich kommt es unter Chemotherapie zu Geschmacksstörungen. Hier hilft
es oft, etwas intensiver mit Kräutern zu würzen. Nicht zuletzt bedeutet
so zu essen auch Lebensqualität.
Ausführliche Informationen zur richtigen Ernährung bei Krebs finden Sie
hier.
Muss man sich bei einer Chemotherapie besonders schonen?
Jeder Patient erlebt eine Chemotherapie unterschiedlich. Inwieweit man beeinträchtigt
wird, ist längst nicht immer sicher voraus zu sagen, da viele Faktoren dies
beeinflussen. Z. B. die Art der Chemotherapie, die Dauer und Dosis der Medikamente,
Alter und Begleiterkrankungen und natürlich auch die allgemeine Verfassung,
sind von Bedeutung. Die wenigsten Menschen werden durch eine Chemotherapie so
mitgenommen, dass sie sich absolut schonen müssen. Eine gewisse Belastung
kann sogar durchaus im Einzelfall nützlich sein, um den Körper "in
Schuss" zu halten. Sie sollten also durchaus versuchen, Ihre allgemeinen
Aktivitäten bei zu behalten.
Wenn es aus ärztlicher Sicht möglich ist, und Sie dies wünschen,
kann es ggf. möglich sein, weiter zu arbeiten. Sogar Sport in Maßen
ist dabei möglich. Eine übermäßige Schonung ist weder für
den Erfolg der Behandlung, noch für die Vermeidung eines Rückfalls entscheidend.
Allerdings sollten Sie Extrembelastungen, sowohl in Sport als auch im Beruf vermeiden.
Es kann aber auch so sein, dass die Chemotherapie sie so beeinträchtigt,
dass Sie sich den üblichen Anforderungen nicht so gewachsen fühlen.
Es ist dann kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft, wenn Sie etwas
kürzer treten. Wenn die weißen Blutkörperchen vermindert sind,
sollten Sie wegen der Infektgefährdung öffentliche Verkehrsmittel oder
Büros meiden.
Körperpflege
Wenn ein Auto oder eine sonstige Maschine stark beansprucht ist, muss sie sorgfältig gewartet werden. Für uns sollte das umso mehr gelten. Eine sorgfältige Körperpflege ist während einer Chemotherapie noch wichtiger als zu Zeiten der Gesundheit. Regelmäßiges Zähneputzen mit einer sauberen weichen Zahnbürste hilft Infektionen im Mund und Rachenbereich zu verhindern. Regelmäßiges Baden oder Duschen mit nicht allzu heißem Wasser entfernt Krankheitskeime am Körper. Achten Sie auf Ihren Körper, betrachten Sie ihn regelmäßig. Veränderungen sollten Sie so bald wie möglich Ihrem Arzt zeigen.
Partnerschaft und Sexualität; Schwangerschaft
Wirkliche Freunde lernt man erst in der Not kennen, ist ein geflügeltes Wort.
Tatsächlich erleben viele Menschen, dass sich Bekannte, Freunde, ja u. U.
sogar enge Partner von ihnen zurückziehen, wenn sie wegen einer Krebserkrankung
behandelt werden. Mancher Betroffene meint auch, sie/er müsse die Situation
allein durchstehen, da man andere nicht damit belasten könne. Die Erfahrung
zeigt allerdings, dass es kaum möglich, zumindestens aber sehr schwierig
ist, ohne Hilfe auszukommen.
Eine solche Krisensituation bietet auch die Chance, dass Beziehungen durch das
gemeinsam Bewältigte sehr gestärkt werden. Nahestehende Personen haben
oft eine gewisse Scheu, Probleme anzusprechen, die im Raum stehen, obwohl sie
im Grunde gerne helfen würden. So kann es zu einer gar nicht gewollten Isolation
des Patienten kommen, weil die Verständigung ausbleibt. Auch wenn es anfangs
schwer fällt, zögern Sie nicht, Ihre Nöte, Sorgen und Probleme
mit denen auszutauschen, mit denen Sie es gerne täten. So können Sie
schwierige Situationen meistern, und es kann Ihnen zusätzliche Lebensfreude
und Lebensmut bringen.
Ein heikler Punkt ist dabei auch oft die Sexualität. Die sexuellen Gefühle
müssen durch eine Chemotherapie nicht beeinträchtigt sein. Auch während
der Behandlung ist oft Geschlechtsverkehr möglich, wenn Sie dies möchten.
Die psychischen und sozialen Hemmnisse sollte man jedoch nicht unterschätzen.
Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Partner kann über diese Probleme
hinweghelfen. Einige Zytostatika können bei Frau und Mann die Eierstöcke
bzw. Hoden beeinflussen, was nicht ohne weiteres wahrnehmbar ist. Bei Frauen kann
die Monatsblutung ausbleiben. Auch die Zeugungsfähigkeit des Mannes kann,
muss aber nicht vermindert sein. Unter Umständen ist die Einschränkung
der Zeugungsfähigkeit dauerhaft. Bei bestehendem Kinderwunsch können
vorsorglich der Samen oder Eizellen eingefroren werden. Ihr Arzt kann dies mit
Ihnen besprechen. Da ein erhöhtes Risiko kindlicher Mißbildungen besteht,
sollte während und 1-2
Jahre nach einer Chemotherapie eine Schwangerschaft
auf jeden Fall vermieden werden. Eine sichere Empfängnisverhütung ist
daher notwendig.
"Alternative Krebstherapie"
Die Entscheidung zu einer möglicherweise belastenden Chemotherapie fällt
schwer. Da liegt es nahe zu fragen, ob es nicht einfachere Alternativen gibt.
In der Laienpresse und auch anderswo werden viele Behandlungsformen angepriesen,
von denen behauptet wird, dass sie Krebserkrankungen heilen können und das
auf natürliche, sanfte Weise. Von speziellen Diäten, von Kräuter-
Behandlungen ist da die Rede, pseudotechnische Verfahren wie Sauerstoff- Krebs-Mehrschritt-Therapie
werden empfohlen oder auch indische und chinesische Medizin. Wissenschaftlich
verwertbare und nachvollziehbare nützliche Ergebnisse konnte allerdings keines
dieser Verfahren bis heute belegen.
Die Motive, die hinter solchen Empfehlungen stehen, sind nicht immer lauter. Nicht
selten wird sogar die Notlage von Krebspatienten ausgenutzt, um dubiose Geschäfte
zu machen. Seien Sie bei als Wundermittel angepriesenen Medikamenten oder Verfahren
skeptisch und fragen Sie Ihren behandelnden Arzt dazu. Auf keinen Fall sollten
Sie eine erkennbar erfolgreiche Chemotherapie zugunsten solcher Methoden abbrechen!
Was geschieht nach der Krebsbehandlung?
Die Chemotherapie ist abgeschlossen. Oft besteht dann die berechtigte Hoffnung, dass damit die Erkrankung beseitigt wurde und nicht mehr nachweisbar ist, oder dass sie zumindest zum Stillstand gekommen ist. Eine Garantie darauf gibt es freilich nicht. Die Krebserkrankung kann auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftreten. Eine regelmäßige weitere Betreuung ist daher wichtig, um sicherzustellen, dass Rückfälle baldmöglichst erkannt und behandelt werden können. Auch Folgen der Krebserkrankung oder der Behandlung können zusätzliche Maßnahmen erfordern. Für viele Krebserkrankungen gibt es daher spezielle Nachsorgeprogramme. Ihr behandelnder Arzt wird diese mit Ihnen besprechen.





