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Maßnahmen, die eine Chemotherapie unterstützen

Was kann man selbst dazu tun?

Als Patient, der sich einer Chemotherapie unterziehen muss, ist man keineswegs dazu "verdammt" nur alles über sich ergehen zu lassen. Sie haben die Möglichkeit die Behandlung mitzugestalten und können mit dazu beitragen, dass die Chemotherapie optimal wirkt.

Zwei Punkte sind dabei von großer Bedeutung. Das Eine ist die persönliche positive Haltung. Die innere Einstellung zur gewählten Therapie und das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Arzt und dem Pflegepersonal sind entscheidend. Sie werden vielleicht durch Bekannte oder Zeitungsberichte mit ängstigenden und vorurteilsbehafteten Äußerungen Zweifel bekommen. Es ist außerordentlich wichtig, dass Sie auch über solche Probleme mit Ihrem Behandlungsteam reden. Das Andere ist das richtige "Miteinander". In der Krebserkrankung und nicht in der Chemotherapie Ihren Gegner zu sehen - und in Ihrem Behandlungsteam Verbündete im Kampf gegen die Erkrankung – das hilft sehr, die Behandlung besser zu ver- und ertragen!

Aber auch zusätzliche Verhaltensmaßnahmen können erheblich dazu beitragen, die Belastung, die eine Chemotherapie ohne Zweifel darstellt, zu mindern.

Alkohol und Nikotin

Bei einer Chemotherapie muss der Körper, wie Sie gelesen haben, einiges aushalten. Daher ist es klug, wenn man weitere Belastungen z. B. durch Alkohol und/oder Nikotin vermeidet. Versuchen Sie möglichst nicht oder wenig zu rauchen, und Alkohol allenfalls in kleinen Mengen zu trinken. Bei einigen Zytostatika führt die gleichzeitige Einnahme von Alkohol zu Unverträglichkeitserscheinungen. Fragen Sie dazu ggf. Ihren Arzt.

Allgemeine Ernährung

Oft werden spezielle Krebsdiäten in der Presse und in manchen Büchern angepriesen. Dies ist während einer Chemotherapie nicht erforderlich. Manche dieser oft sehr einseitigen Diätkuren können sogar schaden! Grundsätzlich können Sie das essen, was Ihnen schmeckt und worauf Sie gerade Lust haben. Gelegentlich kommt es unter Chemotherapie zu Geschmacksstörungen. Hier hilft es oft, etwas intensiver mit Kräutern zu würzen. Nicht zuletzt bedeutet so zu essen auch Lebensqualität.

Ausführliche Informationen zur richtigen Ernährung bei Krebs finden Sie hier.

Muss man sich bei einer Chemotherapie besonders schonen?

Jeder Patient erlebt eine Chemotherapie unterschiedlich. Inwieweit man beeinträchtigt wird, ist längst nicht immer sicher voraus zu sagen, da viele Faktoren dies beeinflussen. Z. B. die Art der Chemotherapie, die Dauer und Dosis der Medikamente, Alter und Begleiterkrankungen und natürlich auch die allgemeine Verfassung, sind von Bedeutung. Die wenigsten Menschen werden durch eine Chemotherapie so mitgenommen, dass sie sich absolut schonen müssen. Eine gewisse Belastung kann sogar durchaus im Einzelfall nützlich sein, um den Körper "in Schuss" zu halten. Sie sollten also durchaus versuchen, Ihre allgemeinen Aktivitäten bei zu behalten.

Wenn es aus ärztlicher Sicht möglich ist, und Sie dies wünschen, kann es ggf. möglich sein, weiter zu arbeiten. Sogar Sport in Maßen ist dabei möglich. Eine übermäßige Schonung ist weder für den Erfolg der Behandlung, noch für die Vermeidung eines Rückfalls entscheidend. Allerdings sollten Sie Extrembelastungen, sowohl in Sport als auch im Beruf vermeiden.

Es kann aber auch so sein, dass die Chemotherapie sie so beeinträchtigt, dass Sie sich den üblichen Anforderungen nicht so gewachsen fühlen. Es ist dann kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft, wenn Sie etwas kürzer treten. Wenn die weißen Blutkörperchen vermindert sind, sollten Sie wegen der Infektgefährdung öffentliche Verkehrsmittel oder Büros meiden.

Körperpflege

Wenn ein Auto oder eine sonstige Maschine stark beansprucht ist, muss sie sorgfältig gewartet werden. Für uns sollte das umso mehr gelten. Eine sorgfältige Körperpflege ist während einer Chemotherapie noch wichtiger als zu Zeiten der Gesundheit. Regelmäßiges Zähneputzen mit einer sauberen weichen Zahnbürste hilft Infektionen im Mund und Rachenbereich zu verhindern. Regelmäßiges Baden oder Duschen mit nicht allzu heißem Wasser entfernt Krankheitskeime am Körper. Achten Sie auf Ihren Körper, betrachten Sie ihn regelmäßig. Veränderungen sollten Sie so bald wie möglich Ihrem Arzt zeigen.

Partnerschaft und Sexualität; Schwangerschaft

Wirkliche Freunde lernt man erst in der Not kennen, ist ein geflügeltes Wort. Tatsächlich erleben viele Menschen, dass sich Bekannte, Freunde, ja u. U. sogar enge Partner von ihnen zurückziehen, wenn sie wegen einer Krebserkrankung behandelt werden. Mancher Betroffene meint auch, sie/er müsse die Situation allein durchstehen, da man andere nicht damit belasten könne. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass es kaum möglich, zumindestens aber sehr schwierig ist, ohne Hilfe auszukommen.

Eine solche Krisensituation bietet auch die Chance, dass Beziehungen durch das gemeinsam Bewältigte sehr gestärkt werden. Nahestehende Personen haben oft eine gewisse Scheu, Probleme anzusprechen, die im Raum stehen, obwohl sie im Grunde gerne helfen würden. So kann es zu einer gar nicht gewollten Isolation des Patienten kommen, weil die Verständigung ausbleibt. Auch wenn es anfangs schwer fällt, zögern Sie nicht, Ihre Nöte, Sorgen und Probleme mit denen auszutauschen, mit denen Sie es gerne täten. So können Sie schwierige Situationen meistern, und es kann Ihnen zusätzliche Lebensfreude und Lebensmut bringen.

Ein heikler Punkt ist dabei auch oft die Sexualität. Die sexuellen Gefühle müssen durch eine Chemotherapie nicht beeinträchtigt sein. Auch während der Behandlung ist oft Geschlechtsverkehr möglich, wenn Sie dies möchten. Die psychischen und sozialen Hemmnisse sollte man jedoch nicht unterschätzen. Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Partner kann über diese Probleme hinweghelfen. Einige Zytostatika können bei Frau und Mann die Eierstöcke bzw. Hoden beeinflussen, was nicht ohne weiteres wahrnehmbar ist. Bei Frauen kann die Monatsblutung ausbleiben. Auch die Zeugungsfähigkeit des Mannes kann, muss aber nicht vermindert sein. Unter Umständen ist die Einschränkung der Zeugungsfähigkeit dauerhaft. Bei bestehendem Kinderwunsch können vorsorglich der Samen oder Eizellen eingefroren werden. Ihr Arzt kann dies mit Ihnen besprechen. Da ein erhöhtes Risiko kindlicher Mißbildungen besteht, sollte während und 1-2 Jahre nach einer Chemotherapie eine Schwangerschaft auf jeden Fall vermieden werden. Eine sichere Empfängnisverhütung ist daher notwendig.

"Alternative Krebstherapie"

Die Entscheidung zu einer möglicherweise belastenden Chemotherapie fällt schwer. Da liegt es nahe zu fragen, ob es nicht einfachere Alternativen gibt. In der Laienpresse und auch anderswo werden viele Behandlungsformen angepriesen, von denen behauptet wird, dass sie Krebserkrankungen heilen können und das auf natürliche, sanfte Weise. Von speziellen Diäten, von Kräuter- Behandlungen ist da die Rede, pseudotechnische Verfahren wie Sauerstoff- Krebs-Mehrschritt-Therapie werden empfohlen oder auch indische und chinesische Medizin. Wissenschaftlich verwertbare und nachvollziehbare nützliche Ergebnisse konnte allerdings keines dieser Verfahren bis heute belegen.

Die Motive, die hinter solchen Empfehlungen stehen, sind nicht immer lauter. Nicht selten wird sogar die Notlage von Krebspatienten ausgenutzt, um dubiose Geschäfte zu machen. Seien Sie bei als Wundermittel angepriesenen Medikamenten oder Verfahren skeptisch und fragen Sie Ihren behandelnden Arzt dazu. Auf keinen Fall sollten Sie eine erkennbar erfolgreiche Chemotherapie zugunsten solcher Methoden abbrechen!

Was geschieht nach der Krebsbehandlung?

Die Chemotherapie ist abgeschlossen. Oft besteht dann die berechtigte Hoffnung, dass damit die Erkrankung beseitigt wurde und nicht mehr nachweisbar ist, oder dass sie zumindest zum Stillstand gekommen ist. Eine Garantie darauf gibt es freilich nicht. Die Krebserkrankung kann auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung wieder auftreten. Eine regelmäßige weitere Betreuung ist daher wichtig, um sicherzustellen, dass Rückfälle baldmöglichst erkannt und behandelt werden können. Auch Folgen der Krebserkrankung oder der Behandlung können zusätzliche Maßnahmen erfordern. Für viele Krebserkrankungen gibt es daher spezielle Nachsorgeprogramme. Ihr behandelnder Arzt wird diese mit Ihnen besprechen.

Meldung von Nebenwirkungen

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