www.onkologie.hexal.deNebenwirkungen der Chemotherapie
Nebenwirkungen von Anfang an berücksichtigen
Die moderne Chemotherapie hat zweifelsohne die Behandlung bösartiger Erkrankungen
erleichtert und verbessert. Manche Krebserkrankungen können geheilt werden,
bei anderen bewirkt die Chemotherapie eine deutliche Linderung von Beschwerden
und/oder eine Verlängerung der Überlebenszeit. Allerdings ist eine solche
Behandlung nicht ohne Nebenwirkungen. Es ist einleuchtend, dass stark wirksame
Medikamente auch starke unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Entscheidend
ist dabei, ob es gelingt ein möglichst günstiges Verhältnis von
erwünschter Wirkung zu unerwünschter Nebenwirkung zu erreichen. Dieser
sog. "Therapeutische Index" entscheidet letztendlich über den
Einsatz jedes Medikaments, besonders natürlich von Zytostatika.
Besonders sorgfältig sind die Nebenwirkungen einer Chemotherapie in Betracht
zu ziehen, wenn die Behandlung voraussichtlich nicht zu einer Heilung, sondern
nur zu einer zeitlich begrenzten Besserung führen wird. Es wäre ja dem
Patienten wenig geholfen, wenn die Besserung krankheitsbedingter Symptome mit
behandlungsbedingten Nebenwirkungen, die evtl. schlimmer wären, erkauft würde.
Wenn also die Durchführung einer Chemotherapie mit Ihnen besprochen wird,
müssen von Anfang an die möglichen Nebenwirkungen berücksichtigt
werden, denn nur so kann eine tragfähige Entscheidung getroffen werden. Auch
für die Betroffenen ist es von großer Bedeutung, die zu erwartenden
Begleiterscheinungen zu kennen, die regelmäßig bei den betreffenden
Medikamenten auftreten.
Dabei ist es sinnvoll zwischen Nebenwirkungen zu unterscheiden, die relativ unabhängig
vom jeweiligen Patienten häufig auftreten, und solchen, die eher selten bzw.
nur unter besonderen Umständen zu beobachten sind. Bei regelmäßig
zu erwartenden Nebenwirkungen, wie z. B. Übelkeit und Erbrechen, ist eine
vorbeugende Behandlung notwendig.
Viele Zytostatika haben ähnliche bzw. gleiche Nebenwirkungen, dies kommt
daher, dass diese Medikamente auf schnell wachsende also wuchernde Zellen wirken
sollen. Da Krebszellen aus körpereigenen Zellen entstanden sind, ist eine
gezielte Behandlung ohne Effekt auf normale Zellen kaum möglich; auch andere
schnell wachsende Körperzellen werden in Mitleidenschaft gezogen. Dies sind
vor allem Zellen der Blutbildung, der Schleimhäute und der Haarbälge
sowie die Zellen, aus denen sich die Nägel bilden. Außerdem verursachen
viele dieser Medikamente Übelkeit und Erbrechen.
Wir möchten Ihnen im folgenden die wichtigsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie
beschreiben und erläutern. Sie können natürlich dabei den Eindruck
gewinnen, dass es sich um sehr risikoreiche Medikamente, ja "ein wahres
Teufelszeug" handelt. In gewisser Hinsicht trifft dies natürlich auch
zu. Berücksichtigen Sie jedoch, dass fast alle Nebenwirkungen, die durch
Zytostatika bedingt sind, auch bei anderen Medikamenten auftreten können,
natürlich nicht so häufig. Und die größte Gefahr sind nicht
die Nebenwirkungen an sich, sondern die Unkenntnis der Nebenwirkungen, da fast
alle sich bei entsprechender Vorsorge vermeiden bzw. mildern lassen. Dementsprechend
sollten nur Ärzte mit ausreichender Erfahrung diese Substanzen einsetzen.
Auf diese Art lassen sich die z. T. sehr hilfreichen Wirkungen dieser Medikamente
nutzen, ohne all zu großen Schaden anzurichten.




