Startseite

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Spezielle, substanzabhängige Nebenwirkungen:

Allergische Reaktionen
Nervenstörungen
Herzschäden
Lungenprobleme
Nierenschäden


Allergien

Durch Medikamente können gelegentlich allergische Reaktionen auftreten, bei einigen Chemotherapeutika sind sie jedoch relativ häufig und erfordern besondere Beachtung. Sie äußern sich i. A. durch juckende Hautveränderungen, manchmal auch anders. Auf jeden Fall sollten Sie Hautveränderungen gleich Ihrem Arzt zeigen. Auch Symptome, die nach der Chemotherapie neu auftreten, sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen.

Nervenschädigungen

Hiermit sind nicht Gemütsveränderungen gemeint, sondern Nebenwirkungen an den Nervenbahnen, vor allem der Hände und Füße. Es gibt nur wenige Chemotherapeutika, die solche Störungen verursachen können. Zunächst bemerkt man Gefühlsstörungen ("Ameisenlaufen"), später manchmal auch Muskelschwäche. Auch das Nervensystem des Magen-Darmbereichs kann betroffen sein, dies äußert sich dann als z.T. ausgeprägte Verstopfung. Ihr Arzt wird Ihnen bei den ersten Anzeichen eine schlackenreiche Kost empfehlen, u. U. kann die vorbeugende Gabe von Abführmitteln notwendig werden.

Herzfunktionsstörungen

Eine herzschädigende Wirkung ist für bestimmte Medikamente, darunter auch manche Zytostatika, bekannt. Das Risiko einer Herzschädigung steigt vor allem dann, wenn die Gesamtmenge des jeweiligen Medikaments (Summendosis) einen kritischen Wert überschreitet. Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen, z.T. Rhythmusstörungen können auf eine zunehmende Herzschwäche hinweisen. Patienten, die bereits aus anderen Gründen eine Vorschädigung des Herzens haben (was nicht immer schon Symptome machen muss) sind natürlich vermehrt gefährdet. Da Rauchen auch Herz und Lungen angreift, kann eine bisher nicht bekannte Herzschädigung z.B. bei Patienten mit solchen Tumorerkrankungen vorliegen, bei denen Rauchen eine bedeutende Rolle spielt, wie Lungenkrebs und Krebserkrankungen des Hals- und Rachenbereichs.

Lungenschäden

Es gibt auch Zytostatika, bei denen ab einer gewissen Summendosis das Risiko einer Lungenerkrankung besteht. Bei der Behandlung mit solchen Medikamenten sind daher regelmäßige Lungenfunktionskontrollen erforderlich. Dadurch kann das Risiko einer Lungenschädigung bei den meisten Patienten vermieden werden.

Nierenfunktionseinschränkungen

Funktionseinschränkungen der Niere bei oder nach Chemotherapie sind bei mehreren Medikamenten möglich. Durch reichliches Trinken vor der Behandlung und/oder zusätzliche Flüssigkeitsgabe lassen sich auch solche Schäden verhindern.

Hautveränderungen (mit Haaren und Nägel)

Hautveränderungen unter Chemotherapie betreffen vor allem Haare und Nägel, bei denen das Wachstum in unterschiedlichem Ausmaß gestört sein kann. Allergische Hautreaktionen wurden bereits erwähnt. Manche Medikamente können die Haut gegenüber der Sonnenbestrahlung empfindlich machen. Je nach Intensität kommt es dabei zur vermehrten Bräunung bis zu Entzündungen. Daher kann es sein, dass der Arzt Ihnen raten wird, während einer solchen Behandlung die pralle Sonne zu meiden.

Erschöpfung ("fatigue")

Unter Chemotherapie kann es bei manchen Menschen zu Erschöpfungszuständen kommen. Man fühlt sich matt, müde, kraftlos und hat kaum Energie genug für die notwendigen täglichen Verrichtungen. Diese Symptome werden manchmal auch mit dem englischen Ausdruck "fatigue" bezeichnet. Sie können für das alltägliche Leben eine ernsthafte Behinderung darstellen. Die Ursachen können in der Chemotherapie liegen, in der Tumorerkrankung selbst oder auch in Zusammenhang mit der vermehrten psychischen Belastung während dieser schwierigen Phase stehen. Die Behandlung ist nicht einfach. Am besten hilft noch ein ärztlich überwachtes körperliches Training; ggf. können auch Medikamente einen günstigen Einfluss haben. Nicht zuletzt können Gespräche helfen, die Situation besser zu bewältigen. Nach Abschluss der Chemotherapie bilden sich diese Beschwerden allerdings meistens zurück.

Wie oben erwähnt, kann diese Aufzählung z.T. doch beträchtlicher Nebenwirkungen Angst machen. Wir möchten aber noch einmal darauf hinweisen, dass längst nicht alle Patienten unter schweren Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie leiden müssen. Und es gibt, wie schon erwähnt, viele Möglichkeiten, durch Medikamente oder andere Vorsichtsmaßnahmen die Nebenwirkungen zu verhindern oder stark abzumildern.

Meldung von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

Im Fall von medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.