www.onkologie.hexal.deImmuntherapie bei Krebs
Immunsystem und Krebs
Um vom Immunsystem erkannt zu werden, müssen Krebszellen entweder
deutlich beschädigt sein, oder müssen an ihrer Zelloberfläche
Merkmale tragen, die sie von gesunden Zellen unterscheiden. Diese Merkmale
werden tumorassoziierte Antigene (TAA) genannt.
Das Problem liegt häufig
in der fehlenden Erkennung der Tumorzellen durch das Immunsystem. Das
liegt daran, dass Krebszellen im Organismus keine Immunreaktion auslösen,
wie es z.B. bei einer Infektion der Fall ist. Sind keine tumorassoziierten
Antigene vorhanden, erkennt das Immunsystem das Tumorgewebe als normales
Gewebe und behandelt es auch so. Bei Brustkrebs- und Prostatakrebszellen
konnte festgestellt werden, dass diese in der Lage sind, sich zu tarnen
und dann wie Knochenzellen auszusehen. Deswegen verwundert es auch
nicht, wenn sie zu Metastasen in Knochen führen können.
Interferone
Interferone gehören zu den Zellhormonen und sind in der Lage
Zellen des Immunsystems zu aktivieren, so dass kranke Zellen "markiert"
werden. Die Interferone werden nach ihrer Struktur in alpha- beta-
und gamma-Interferone unterteilt (abgekürzt in IFN-α, IFN-β,
IFN-γ).
Außerdem unterscheiden sie sich in ihrem Entstehungsort: IFN-α wird
in Leukozyten produziert, das IFN-β entsteht in den Bindegewebszellen,
den Fibroblasten und das IFN- γ wird in den T-Zellen des Immunsystems
gebildet. Die heute üblicherweise gentechnisch gewonnenen Interferone
weisen geringfügige strukturelle Unterschiede zu den natürlichen
Zytokinen auf.
Interferone werden neben der Behandlung der chronischen
Hepatitis und von Infektionen auch zur Therapie von Krebserkrankungen
eingesetzt. Allerdings werden sie meist ergänzend zu anderen Therapieverfahren
bzw. in Kombination mit diesen eingesetzt.
- Fertigarzneimittel mit gentechnisch
hergestelltem Interferon-alpha sind heute beispielsweise zugelassen
- Zur Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms, in Kombination mit anderen Medikamenten
- Bei Patienten mit einem operativ entfernten Melanom, aber hohem Rückfallrisiko, soll IFN-α nach einer Operation dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung bzw. einer Metastasierung zu senken.
- Zur Behandlung von Lymphomen, also Erkrankungen der Zellen des Immunsystems selbst





