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Immuntherapie bei Krebs

Immunsystem und Krebs

Um vom Immunsystem erkannt zu werden, müssen Krebszellen entweder deutlich beschädigt sein, oder müssen an ihrer Zelloberfläche Merkmale tragen, die sie von gesunden Zellen unterscheiden. Diese Merkmale werden tumorassoziierte Antigene (TAA) genannt.

Das Problem liegt häufig in der fehlenden Erkennung der Tumorzellen durch das Immunsystem. Das liegt daran, dass Krebszellen im Organismus keine Immunreaktion auslösen, wie es z.B. bei einer Infektion der Fall ist. Sind keine tumorassoziierten Antigene vorhanden, erkennt das Immunsystem das Tumorgewebe als normales Gewebe und behandelt es auch so. Bei Brustkrebs- und Prostatakrebszellen konnte festgestellt werden, dass diese in der Lage sind, sich zu tarnen und dann wie Knochenzellen auszusehen. Deswegen verwundert es auch nicht, wenn sie zu Metastasen in Knochen führen können.

Interferone

Interferone gehören zu den Zellhormonen und sind in der Lage Zellen des Immunsystems zu aktivieren, so dass kranke Zellen "markiert" werden. Die Interferone werden nach ihrer Struktur in alpha- beta- und gamma-Interferone unterteilt (abgekürzt in IFN-α, IFN-β, IFN-γ). Außerdem unterscheiden sie sich in ihrem Entstehungsort: IFN-α wird in Leukozyten produziert, das IFN-β entsteht in den Bindegewebszellen, den Fibroblasten und das IFN- γ wird in den T-Zellen des Immunsystems gebildet. Die heute üblicherweise gentechnisch gewonnenen Interferone weisen geringfügige strukturelle Unterschiede zu den natürlichen Zytokinen auf.

Interferone werden neben der Behandlung der chronischen Hepatitis und von Infektionen auch zur Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt. Allerdings werden sie meist ergänzend zu anderen Therapieverfahren bzw. in Kombination mit diesen eingesetzt.

    Fertigarzneimittel mit gentechnisch hergestelltem Interferon-alpha sind heute beispielsweise zugelassen
  • Zur Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms, in Kombination mit anderen Medikamenten
  • Bei Patienten mit einem operativ entfernten Melanom, aber hohem Rückfallrisiko, soll IFN-α nach einer Operation dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung bzw. einer Metastasierung zu senken.
  • Zur Behandlung von Lymphomen, also Erkrankungen der Zellen des Immunsystems selbst

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