www.onkologie.hexal.deImmuntherapie bei Krebs
Nebenwirkungen
Obwohl es sich um körpereigene Substanzen handelt, können Interferone beträchtliche Nebenwirkungen haben. Viele Patienten weisen Symptome auf, die denen eines grippalen Infektes ähneln, z.B. Fieber, Appetitlosigkeit oder Übelkeit, Abgeschlagenheit und Kopf- oder Gelenkschmerzen. Diese Nebenwirkungen führen bei einer längeren Interferontherapie unter Umständen auch zu Gewichtsverlust. Außerdem ist ein Absinken der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen möglich.
Monoklonale Antikörper:
Wichtig in Diagnostik und Therapie bei
Krebs Antikörper sind Eiweißmoleküle, die körperfremde
und teilweise z.B. bei Allergien auch körpereigene Strukturen
als fremd erkennen und sich an diese heften. Sie spielen eine wichtige
Rolle bei der menschlichen Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Treten
sie mit einem fremden Antigen, beispielsweise auf der Oberfläche
von Bakterien in Kontakt, ist dies ein Signal für das Immunsystem.
Abwehrzellen werden alarmiert und weitere Mechanismen ausgelöst,
die die unerwünschten Eindringlinge unschädlich machen.
Antikörper
sind jedoch nicht in der Lage, auf Tumorzellen zu reagieren, da diese
nur selten so veränderte Antigene auf ihrer Oberfläche präsentieren,
dass ein Antikörper darauf reagiert. Damit die Krebsdiagnostik
und -therapie möglich ist, wurden so genannte monoklonale
Antikörper entwickelt. Durch diese ist es möglich, dass einzelne
Substanzen oder Zelltypen mit für sie spezifischen Antikörpern
aus dem Blut herausgefischt und angereichert zu werden. Verbindet man
die Antikörpermoleküle mit radioaktiven oder fluoreszierenden
Stoffen, so kann man sie sichtbar oder messbar machen und die Methode
zum Nachweis und zur Konzentrationsbestimmung von Substanzen in Körperflüssigkeiten
oder zur Identifizierung von Zellen anhand bestimmter Oberflächenmerkmale
einsetzen. So werden heute Krankheitserreger und Tumormarker aus dem
Blut nachgewiesen. Mittels Antikörpern lässt sich beispielsweise
nachweisen, ob Zellen aus einem Brusttumor auf eine Antihormontherapie
ansprechen werden oder für die Therapie aussagekräftige Merkmale
tragen.
Bei der Immunszintigraphie nutzt man monoklonale Antikörper
auch zur Auffindung von kleinen Tumorherden im Körper. Dabei werden
die Antikörper mit radioaktiven Substanzen beladen und intravenös
appliziert. Daraufhin verteilen sich diese und heften sich an das Tumorgewebe.
Mit Hilfe von so genannten Gammakameras, ist es möglich die radioaktiven
Substanzen sichtbar zu machen und so Tumorgewebe zu lokalisieren. Wenn
sich jedoch das Tumorgewebe nicht ausreichend von gesundem Gewebe unterscheidet,
stoßen die Nachweismöglichkeiten an ihre Grenzen. Denn dann
binden die Antikörper sehr unspezifisch, so dass auch gesundes
Gewebe markiert wird. Dies gilt auch für die Therapie. Unterscheiden
sich die Tumorzellen nicht von den gesunden Zellen, können Antikörper
nicht eingesetzt werden. Inzwischen sind einige Antikörper für
die Krebsbehandlung zugelassen, jedoch nur für ganz bestimmte
Tumoren und Patienten in ganz bestimmten Krankheitsstadien.
- Folgende
Antikörper werden heute für die Therapie verwendet:
- Der Antikörper in der Brustkrebstherapie dient dazu, ein Wachstumssignal für Krebszellen zu stoppen: Er erkennt dessen besondere Bindungsstellen auf den Tumorzellen, koppelt sich an und blockiert so deren Wachstum. Der Antikörper ergänzt übliche Behandlungsverfahren, ersetzt sie aber nicht, dazu reicht die Wirkung nicht aus. Auch ist das Merkmal zwar tumorspezifisch, aber längst nicht bei allen Brustkrebspatientinnen nachweisbar.
- Der Antikörper, der gegen eine Leukämieform zugelassen ist, richtet sich ebenfalls gegen ein krebsspezifisches Merkmal. Er wurde außerdem mit einem Zytostatikum gekoppelt, das er so hochspezifisch an die Krebszellen heranbringt und gesunde Zellen ausspart.
Ein Problem der Antikörper besteht darin, dass sich die Tumorzellen in ihren Merkmalen nicht so
sehr von gesunden Zellen unterscheiden und es deshalb schwierig ist
tumorspezifische Merkmale zu finden, an die die Antikörper binden
können. Ein weiteres Problem ergibt sich vor allem bei großen
Tumoren und Metastasen, die schlecht mit Blutgefäßen versorgt
sind, da die Antikörpermoleküle oft nicht in ausreichender
Menge an ihr Ziel gelangen. Deshalb ist eine alleinige Therapie mit
Antikörpern wenig Erfolg versprechend. Aufgrund dessen werden
sie zur Vernichtung einzelner Tumorzellen eingesetzt, die nach Operation,
Bestrahlung oder Chemotherapie im Körper zurückbleiben und
unter ungünstigen Bedingungen zu Metastasen auswachsen.
Durch Kopplung mit Zytostatika oder radioaktiven Substanzen kann die Wirkung
der Antikörper verstärkt werden. Dazu werden jedoch zwei
bis drei Bindungsstellen des Antikörpers benötigt, die im
Reagenzglas hergestellt werden müssen. Ein weiteres Problem wird
sich durch neue Entwicklungen vermutlich ebenfalls lösen lassen:
Weil viele der therapeutisch eingesetzten Antikörper bisher aus
technischen Gründen künstlich in Mäusezellen gebildet
werden und Teile eines Mausantikörpers enthalten, können
sich mit der Zeit auch Abwehrreaktionen des Körpers gegen die "Mausmerkmale" entwickeln,
was die therapeutische Wirksamkeit neutralisiert. Hier helfen gentechnische
Methoden, den Mausanteil so klein wie möglich zu machen oder ganz
auf künstliche, aber "menschliche" (humanisierte)
Antikörper auszuweichen.
Zelluläre Immuntherapie
Unter einer zellulären Immuntherapie versteht man alle Formen der Immuntherapie, bei denen Immunzellen aktiviert werden um Tumorzellen abzutöten. Dabei werden so genannte zytotoxische
T-Zellen aktiviert, die in der Lage sind Tumorzellen, die ausreichend
veränderte Merkmale tragen, von gesunden Zellen zu unterscheiden.
Diese tumorspezifischen Antigene als Merkmale sind Voraussetzung für
viele Formen einer spezifischen Immuntherapie.
Die zellulären Immuntherapien gehören nicht zu den Standardverfahren, sondern
werden in Studien geprüft.





