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Immuntherapie bei Krebs

Nebenwirkungen

Obwohl es sich um körpereigene Substanzen handelt, können Interferone beträchtliche Nebenwirkungen haben. Viele Patienten weisen Symptome auf, die denen eines grippalen Infektes ähneln, z.B. Fieber, Appetitlosigkeit oder Übelkeit, Abgeschlagenheit und Kopf- oder Gelenkschmerzen. Diese Nebenwirkungen führen bei einer längeren Interferontherapie unter Umständen auch zu Gewichtsverlust. Außerdem ist ein Absinken der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen möglich.

Monoklonale Antikörper:

Wichtig in Diagnostik und Therapie bei Krebs Antikörper sind Eiweißmoleküle, die körperfremde und teilweise z.B. bei Allergien auch körpereigene Strukturen als fremd erkennen und sich an diese heften. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der menschlichen Immunabwehr gegen Krankheitserreger. Treten sie mit einem fremden Antigen, beispielsweise auf der Oberfläche von Bakterien in Kontakt, ist dies ein Signal für das Immunsystem. Abwehrzellen werden alarmiert und weitere Mechanismen ausgelöst, die die unerwünschten Eindringlinge unschädlich machen.

Antikörper sind jedoch nicht in der Lage, auf Tumorzellen zu reagieren, da diese nur selten so veränderte Antigene auf ihrer Oberfläche präsentieren, dass ein Antikörper darauf reagiert. Damit die Krebsdiagnostik und -therapie möglich ist, wurden so genannte monoklonale Antikörper entwickelt. Durch diese ist es möglich, dass einzelne Substanzen oder Zelltypen mit für sie spezifischen Antikörpern aus dem Blut herausgefischt und angereichert zu werden. Verbindet man die Antikörpermoleküle mit radioaktiven oder fluoreszierenden Stoffen, so kann man sie sichtbar oder messbar machen und die Methode zum Nachweis und zur Konzentrationsbestimmung von Substanzen in Körperflüssigkeiten oder zur Identifizierung von Zellen anhand bestimmter Oberflächenmerkmale einsetzen. So werden heute Krankheitserreger und Tumormarker aus dem Blut nachgewiesen. Mittels Antikörpern lässt sich beispielsweise nachweisen, ob Zellen aus einem Brusttumor auf eine Antihormontherapie ansprechen werden oder für die Therapie aussagekräftige Merkmale tragen.

Bei der Immunszintigraphie nutzt man monoklonale Antikörper auch zur Auffindung von kleinen Tumorherden im Körper. Dabei werden die Antikörper mit radioaktiven Substanzen beladen und intravenös appliziert. Daraufhin verteilen sich diese und heften sich an das Tumorgewebe. Mit Hilfe von so genannten Gammakameras, ist es möglich die radioaktiven Substanzen sichtbar zu machen und so Tumorgewebe zu lokalisieren. Wenn sich jedoch das Tumorgewebe nicht ausreichend von gesundem Gewebe unterscheidet, stoßen die Nachweismöglichkeiten an ihre Grenzen. Denn dann binden die Antikörper sehr unspezifisch, so dass auch gesundes Gewebe markiert wird. Dies gilt auch für die Therapie. Unterscheiden sich die Tumorzellen nicht von den gesunden Zellen, können Antikörper nicht eingesetzt werden. Inzwischen sind einige Antikörper für die Krebsbehandlung zugelassen, jedoch nur für ganz bestimmte Tumoren und Patienten in ganz bestimmten Krankheitsstadien.

    Folgende Antikörper werden heute für die Therapie verwendet:
  • Der Antikörper in der Brustkrebstherapie dient dazu, ein Wachstumssignal für Krebszellen zu stoppen: Er erkennt dessen besondere Bindungsstellen auf den Tumorzellen, koppelt sich an und blockiert so deren Wachstum. Der Antikörper ergänzt übliche Behandlungsverfahren, ersetzt sie aber nicht, dazu reicht die Wirkung nicht aus. Auch ist das Merkmal zwar tumorspezifisch, aber längst nicht bei allen Brustkrebspatientinnen nachweisbar.
  • Der Antikörper, der gegen eine Leukämieform zugelassen ist, richtet sich ebenfalls gegen ein krebsspezifisches Merkmal. Er wurde außerdem mit einem Zytostatikum gekoppelt, das er so hochspezifisch an die Krebszellen heranbringt und gesunde Zellen ausspart.

Ein Problem der Antikörper besteht darin, dass sich die Tumorzellen in ihren Merkmalen nicht so sehr von gesunden Zellen unterscheiden und es deshalb schwierig ist tumorspezifische Merkmale zu finden, an die die Antikörper binden können. Ein weiteres Problem ergibt sich vor allem bei großen Tumoren und Metastasen, die schlecht mit Blutgefäßen versorgt sind, da die Antikörpermoleküle oft nicht in ausreichender Menge an ihr Ziel gelangen. Deshalb ist eine alleinige Therapie mit Antikörpern wenig Erfolg versprechend. Aufgrund dessen werden sie zur Vernichtung einzelner Tumorzellen eingesetzt, die nach Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie im Körper zurückbleiben und unter ungünstigen Bedingungen zu Metastasen auswachsen.

Durch Kopplung mit Zytostatika oder radioaktiven Substanzen kann die Wirkung der Antikörper verstärkt werden. Dazu werden jedoch zwei bis drei Bindungsstellen des Antikörpers benötigt, die im Reagenzglas hergestellt werden müssen. Ein weiteres Problem wird sich durch neue Entwicklungen vermutlich ebenfalls lösen lassen: Weil viele der therapeutisch eingesetzten Antikörper bisher aus technischen Gründen künstlich in Mäusezellen gebildet werden und Teile eines Mausantikörpers enthalten, können sich mit der Zeit auch Abwehrreaktionen des Körpers gegen die "Mausmerkmale" entwickeln, was die therapeutische Wirksamkeit neutralisiert. Hier helfen gentechnische Methoden, den Mausanteil so klein wie möglich zu machen oder ganz auf künstliche, aber "menschliche" (humanisierte) Antikörper auszuweichen.

Zelluläre Immuntherapie

Unter einer zellulären Immuntherapie versteht man alle Formen der Immuntherapie, bei denen Immunzellen aktiviert werden um Tumorzellen abzutöten. Dabei werden so genannte zytotoxische T-Zellen aktiviert, die in der Lage sind Tumorzellen, die ausreichend veränderte Merkmale tragen, von gesunden Zellen zu unterscheiden. Diese tumorspezifischen Antigene als Merkmale sind Voraussetzung für viele Formen einer spezifischen Immuntherapie.

Die zellulären Immuntherapien gehören nicht zu den Standardverfahren, sondern werden in Studien geprüft.

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