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Sozialrechtliche & finanzielle Fragen
zum Thema Krebs

Das Krankengeld

Wann erhalte ich Krankengeld? (§§ 44 ff. SGB V)

Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn die Krankheit sie länger als 6 Wochen arbeitsunfähig macht.

Bei Krankengeld handelt es sich um eine sogenannte Lohnersatzleistung, d. h sie wird nur gezahlt wenn nach 6 Wochen kein Anspruch mehr auf Lohnfortzahlungen durch den Arbeitgeber (§3 Entgeltfortzahlungsgesetz) besteht.

    Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen:
  • Es muss eine Versicherung zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit bestehen
  • Arbeitsunfähigkeit aufgrund Krankheit oder stationärer Behandlung in Krankenhaus, Vorsorge- oder Reha- Einrichtung auf Kosten der Krankenkasse.
  • Es handelt sich immer um dieselbe Erkrankung bzw. um eindeutige Folgeerkrankungen derselben Grunderkrankung. Ist während der Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung zu erkennen, verlängert sich die Leistungsdauer dennoch nicht.

Wie hoch ist das Krankengeld? (§ 47 SGB V)

Das Krankengeld beträgt
  • 70 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts (Bruttoentgelt)
  • maximal aber 90 % des regelmäßigen Nettoarbeitsentgelts

Vom Krankengeld werden Sozialversicherungsbeiträge wie Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung abgezogen, wobei die Krankenkasse die Beiträge der Krankenversicherung und jeweils die Hälfte der drei genannten Versicherungen übernimmt.

Wann habe ich Anspruch auf Krankengeld? (§ 46 SGB V)

  • Bei Aufnahme, also vom Beginn der Krankenhausbehandlung bzw. der Behandlung in Vorsorge- oder Reha- Einrichtungen
  • Bei Arbeitsunfähigkeit, d.h. mit dem auf die ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit folgenden Tag

Wie lange bekomme ich Krankengeld? (§ 48 SGB V)

Krankengeld gibt es wegen derselben Krankheit, d.h. wegen der identischen Krankheitsursache für eine maximale Leistungsdauer von 78 Wochen (546 Kalendertage) innerhalb von je 3 Jahren ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Dabei handelt es sich um eine so genannte Blockfrist. Diese beginnt mit dem erstmaligen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit für die zugrunde liegende Krankheit. Bei einer anderen Erkrankung beginnt eine neue Blockfrist, so dass auch mehrere Blockfristen parallel laufen können.

Habe ich einen erneuten Anspruch auf Krankengeld wegen derselben Krankheit?

Es kann ein erneuter Anspruch auf Krankengeld nach Ablauf der Blockfrist gestellt werden wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • erneute Arbeitsunfähigkeit aufgrund derselben Krankheit
  • mindestens 6 Monate Erwerbstätigkeit oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung stehend
  • keine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 6 Monaten aufgrund der Krankheit

In welchen Situationen ruht das Krankengeld? (§ 49 SGB V)

  • bei Erhalt von Arbeitsentgelt, im Falle dass die Höhe des Arbeitsentgelts unter der des Krankengeldes liegt, wird die Differenz als Krankengeld geleistet
  • bei Inanspruchnahme von Elternzeit nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz bis zum 3. Geburtstag des Kindes. Ist die Arbeitsunfähigkeit vor Beginn der Elternzeit eingetreten, so gilt dies jedoch nicht
  • bei Bezug von Mutterschafts- oder Arbeitslosengeld
  • Meldefrist beträgt bis zu einer Woche nach dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Solange keine Meldung bei der Krankenkasse erfolgt, ruht das Krankengeld

Wann wird das Krankengeld gekürzt? (§ 50 SGB V)

    Das Krankengeld wird um den Zahlbetrag
  • Der Altersrente oder
  • Der Rente wegen Erwerbsminderung oder
  • Der Rente wegen Teilweiser Erwerbsminderung oder
  • Der Knappschaftsausgleichsleistung oder
  • Der Rente für Bergleute

gekürzt, wenn die Leistung von einem Zeitpunkt nach dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder der stationären Behandlung anerkannt wird

Kann ich bei Wegfall des Krankengeldes einen Antrag auf Reha stellen? (§ 51 Abs. 1 SGB V)

Wenn die Erwerbsfähigkeit des Versicherten nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse dem Versicherten eine Frist von 10 Wochen setzen, um einen Antrag auf Rehamaßnahmen zu stellen.

Kann ich bei Wegfall des Krankengeldes einen Antrag auf Rente stellen? (§ 51 Abs. 2 SGB V)

Die Krankenkasse kann einen Krankengeldempfänger auffordern einen Antrag auf Rente zu stellen. Dieser muss der Aufforderung innerhalb von 10 Tagen nachkommen. Hat der Krankengeldempfänger noch Anspruch auf Krankengeld, erhält er dieses weiter, bis über Rentenantrag entschieden ist.

Gibt es Leistungsbeschränkungen bezüglich des Krankengeldes?
§ 52 SGB V)

Es liegt im Ermessen der Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen das Krankengeld für die Dauer der Erkrankung ganz oder teilweise zu versagen oder zurückzufordern.

    Dazu gehören folgende Voraussetzungen:
  • Vorsätzlich (z.B. Selbstverstümmelung, Beteiligung an Schlägerei)
  • Bei einem vom Versicherten begangenen Verbrechen (Mindeststrafmaß 1 Jahr)
  • Durch vorsätzliches Vergehen (Geld- oder Freiheitsstrafe)
  • Durch medizinisch nicht indizierte ästhetische Operationen (Tätowierung, Piercing)

Wann erhalte ich kein Krankengeld? (§ 50 SGB V)

  • Vollrente wegen Alters aus der Rentenversicherung
  • Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Berufsunfähigkeit aus der Rentenversicherung
  • Ruhegehalt nach beamtenrechtlichen Grundsätzen
  • Vorruhestandsgeld

Wer hat keinen Anspruch auf Krankengeld?

    Dazu gehören:
  • Versicherungspflichtige Personen in Einrichtungen der Jugendhilfe
  • Studenten ( in der Regel bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres)
  • Auszubildende des zweiten Bildungswegs
  • Praktikanten
  • Hauptberuflich selbstständige Erwerbstätige
  • Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie an Abklärung der beruflichen Eignung…It. § 5 (1) 6. SGBV
  • Bezieher von Sozialgeld und Arbeitslosengeld II
  • Familienversicherte (Ehegatten und Kinder)
  • Bezieher einer vollen Erwerbsminderungsrente, Erwerbsunfähigkeitsrente, einer Vollrente wegen Alters, eines Ruhegehaltes, eines versicherungspflichtigen Vorruhestandes

Zu allen Fragen bezüglich des Krankengeldes hilft Ihnen die Krankenkasse weiter!

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