www.onkologie.hexal.deGrundwissen Krebs
Wie Krebs entsteht
Das Karzinom, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Krebs bezeichnet, ist eine bösartige Geschwulst, die sich in ihrer Herkunft und dem Differenzierungsgrad (Zelltyp) von gesunden Zellen unterscheidet und in zahlreichen Ausprägungsformen auftreten kann. Allen gemeinsam ist das infiltrierende Wachstum und die verdrängende, zerstörende Wirkung auf Körperzellen, die kleinsten Lebenseinheiten des Körpers, und das Übergreifen auf benachbarte Gewebe, Organe und Organsysteme.
Zellteilung
Um das Krebsgeschehen zu begreifen, ist
es hilfreich zu verstehen was passiert, wenn sich Zellen krebsartig verändern.
Der Körper besteht aus vielen verschiedenen Zelltypen.
Normalerweise wachsen bzw. teilen sich die Zellen nur dann,
wenn dies für den Körper notwendig ist. Diese Regeneration
der Zellen läuft geregelt ab und dient der Gesunderhaltung des Körpers.
Wenn die Zellteilung erfolgt, obwohl keine neuen Zellen
benötigt werden, kommt es zu einer übermäßigen Gewebeneubildung.
Der Überschuss an Gewebe bildet eine Geschwulst, die
man Tumor nennt. Das so entstandene überschüssige Gewebe kann gutartig oder bösartig sein.
| Gutartige Tumore sind kein Krebs: Sie sind nur selten lebensbedrohlich. Meist können gutartige Tumore entfernt werden und wachsen nur selten nach. Zellen von gutartigen Tumoren streuen nicht in die benachbarten Gewebe oder in andere Körperbereiche aus. | |
| Bösartige Tumore sind Krebs: Sie sind im Allgemeinen schwerwiegender als gutartige Tumore und können lebensbedrohlich sein. Bösartige Tumore können oft entfernt werden, aber es kann sein, dass sie nachwachsen. |
Krebsgewebe
Die Krebszellen teilen sich unkontrolliert. Sie können in das benachbarte gesunde
Gewebe eindringen und es zerstören. Ebenso können
sich die Krebszellen aus dem primären Tumor herauslösen
und in den Blutstrom und in das Lymphsystem eindringen. Auf
diese Weise breitet sich der Krebs von dem ursprünglichen
(primären) Tumor aus und bildet neue Tumore in anderen
Körperteilen. Die Ausbreitung des Krebsgewebes wird Metastasierung genannt.
Die meisten Krebskrankheiten werden nach der Zellart oder
nach dem Organ, in dem sie entstehen, benannt. Zum Beispiel
nennt man die Krebserkrankung, die in der Prostata beginnt,
primären Prostatakrebs (oder Prostatakarzinom). Wenn die Krebszellen in andere Körperteile eindringen, besteht
der neue Tumor aus ganz ähnlichen bösartigen Zellen
und trägt den gleichen Namen wie der ursprüngliche
Tumor. Wenn sich zum Beispiel Prostatakrebs auf die Knochen
ausbreitet, sind die Krebszellen des neuen Tumors Prostatakrebszellen.
Die Krankheit ist ein metastasierter Prostatakrebs und
kein Knochenkrebs.
Metastasierung
Bösartige Tumore (Karzinome) bedeuten
Krebs. Krebszellen können in umliegende Gewebe und
benachbarte Organe eindringen und diese zerstören.
Zellen von bösartigen Tumoren können in benachbarte
Gewebe und Organe eindringen und diese schädigen.
Es kann auch vorkommen, dass Krebszellen sich von einem
bösartigen Tumor ablösen und in die Blutbahn
oder das lymphatische System eindringen. Auf diese Weise
streuen Krebszellen von dem ursprünglichen Tumor (Primärtumor)
aus und bilden neue Tumore in anderen Organen. Dieses Ausstreuen von
Krebs wird als Metastasierung bezeichnet.
Wenn z. B. Brustkrebszellen in das Lymphsystem eindringen, können
sie in Lymphknoten in der Nähe der Brust nachweisbar sein.
Krebszellen können auch über das Lymphsystem oder die Blutbahn zu anderen
Organen gelangen. Wenn Krebs ausstreut (metastasiert), hat der neue Tumor die
gleiche Art anomaler Zellen und wird mit demselben Namen bezeichnet wie der Primärtumor.
Wenn sich Brustkrebs beispielsweise in den Knochen ausbreitet, sind die im Knochen
vorhandenen Krebszellen Brustkrebszellen. Die Krankheit ist dann metastasierter
Brustkrebs und kein Knochenkrebs. Sie wird deshalb wie Brustkrebs behandelt, und
nicht wie Knochenkrebs. Diese Art Tumor wird u. a. Fernmetastase genannt.
Lymphknoten
Auf dem Weg von den Zellen bis zum Herzen sind im Verlauf der Lymphgefäße Filterstationen, die Lymphknoten zwischengeschaltet. Es sind stecknadelkopf- bis bohnengroße Organe, die den Inhalt der Lymphe auf körperschädigende Bestandteile überprüfen. In den Lymphknoten befinden sich weiße Blutkörperchen, die körperfremde und körperschädigende Substanzen erkennen können und im Rahmen einer sich dann bildenden Entzündung unschädlich machen. Dabei kommt es zu einer Schwellung. Am Kopf, in der Leiste, in der Achselbeuge und teilweise im Hals liegen die meisten Lymphknoten oberflächlich und können deshalb auch bei Schwellung gut getastet werden. Dagegen liegen die Lymphknoten des Bauch- und Brustraumes tief und können nicht ertastet werden.
- Im Überblick lassen sich die Aufgaben und Funktionen des Lymphknotens
folgendermaßen charakterisieren:
- Filter und Speicher für schädliche Bestandteile aus der Peripherie, die nicht in die Blutbahn gelangen dürfen
- Neubildung von spezifischen Abwehrzellen, der Lymphozyten
- Konzentrierte Zusammenwirkung aller Immunreaktionen
- Verlangsamung des Lymphstromes/Volumenspeicher für Lymphe
- Regulierung der Lymphzusammensetzung





