www.onkologie.hexal.deLeukämie - Nebenwirkungen der Therapie
Unterstützende Maßnahmen bei Leukämie
Zytostatika greifen nicht nur die Tumorzellen an, sondern auch gesunde Zellen, die sich schnell teilen. Zu den sich schnell teilenden Zellen gehören neben den Zellen der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes auch die Zellen der Haarwurzeln und die des blutbildenden Systems.
- Das hat folgende typische
Nebenwirkungen zur Folge:
- Übelkeit und Erbrechen
- Haarausfall
- Beeinträchtigte Blutbildung
- Erhöhte Infektionsneigung
Mund, Magen und Darm
Die Nebenwirkungen treten meist nur in Verbindung mit der Chemotherapie auf, d.h. dass während oder nach der Zytostatikagabe wunde Stellen im Mund, Durchfälle etc. auftreten. Übelkeit und Erbrechen kann durch die Gabe von sogenannten Antiemetika reduziert bzw. ganz verhindert werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Medikamente vor Beginn der Chemotherapie verabreicht werden und nicht erst wenn die Übelkeit auftritt, da sonst die Wirksamkeit reduziert ist.
Blutbildung und Immunsystem
Nach einer Chemotherapie erholt sich das Knochenmark ungefähr nach 3-4 Wochen. Allerdings empfiehlt es sich nach intensiven Chemotherapien und nach einer Knochenmark- und Stammzelltransplantationen durch die Gabe von Wachstumshormonen die Blutbildung medikamentös zu unterstützen. Bei einigen Patienten kann es durch die Übertragung fremder Stammzellen zu einer Immunreaktion kommen. Diese muss dann durch medikamentöse Maßnahmen unterdrückt werden.
Haare, Haut und Nägel
Die Harre fallen nach der
Chemotherapie mit Verzögerung aus, wachsen aber bei fast allen Patienten
innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach. Zur Überbrückung auf Wunsch des
Patienten eine Kunsthaarperücke angefertigt werden, deren Kosten durch
die Krankenkasse übernommen werden. Die Haut wird empfindlicher und die
Nägel können geschädigt werden.
Wichtig ist, dass all diese
Nebenwirkungen vorübergehend sind.
Langzeitfolgen
Schwierig ist die Aussage
jüngere Patienten betreffend, die eine Hochdosischemotherapie erhalten,
die Aussichten später Kinder zu bekommen. Durch die Chemotherapie kann
es zu einer vorübergehenden oder länger anhaltenden Einschränkung
der Fruchtbarkeit kommen. Da die Folgen sowohl von der Art der Therapie wie
auch der Menge abhängen und eine allgemeine Abschätzung nicht möglich
ist, sollten Patienten mit Kinderwunsch diese Frage individuell mit ihren Ärzten
besprechen.
Als Folge der intensiven Therapie vor einer Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation
besteht zudem ein gewisses Risiko, dass Jahre nach der Behandlung ein Zweitkrebs
auftritt. Denn Zytostatika schädigen die Erbsubstanz und können dadurch
selbst krebserregend wirken. Angesichts des erhofften Nutzens der Behandlung
wird dieses Risiko jedoch in Kauf genommen: Ohne Therapie führt die Erkrankung
zum Tode.




