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Leukämie - Nebenwirkungen der Therapie

Unterstützende Maßnahmen bei Leukämie

Zytostatika greifen nicht nur die Tumorzellen an, sondern auch gesunde Zellen, die sich schnell teilen. Zu den sich schnell teilenden Zellen gehören neben den Zellen der Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes auch die Zellen der Haarwurzeln und die des blutbildenden Systems.

    Das hat folgende typische Nebenwirkungen zur Folge:
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Haarausfall
  • Beeinträchtigte Blutbildung
  • Erhöhte Infektionsneigung

Mund, Magen und Darm

Die Nebenwirkungen treten meist nur in Verbindung mit der Chemotherapie auf, d.h. dass während oder nach der Zytostatikagabe wunde Stellen im Mund, Durchfälle etc. auftreten. Übelkeit und Erbrechen kann durch die Gabe von sogenannten Antiemetika reduziert bzw. ganz verhindert werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Medikamente vor Beginn der Chemotherapie verabreicht werden und nicht erst wenn die Übelkeit auftritt, da sonst die Wirksamkeit reduziert ist.

Blutbildung und Immunsystem

Nach einer Chemotherapie erholt sich das Knochenmark ungefähr nach 3-4 Wochen. Allerdings empfiehlt es sich nach intensiven Chemotherapien und nach einer Knochenmark- und Stammzelltransplantationen durch die Gabe von Wachstumshormonen die Blutbildung medikamentös zu unterstützen. Bei einigen Patienten kann es durch die Übertragung fremder Stammzellen zu einer Immunreaktion kommen. Diese muss dann durch medikamentöse Maßnahmen unterdrückt werden.

Haare, Haut und Nägel

Die Harre fallen nach der Chemotherapie mit Verzögerung aus, wachsen aber bei fast allen Patienten innerhalb von 3 bis 6 Monaten nach. Zur Überbrückung auf Wunsch des Patienten eine Kunsthaarperücke angefertigt werden, deren Kosten durch die Krankenkasse übernommen werden. Die Haut wird empfindlicher und die Nägel können geschädigt werden.

Wichtig ist, dass all diese Nebenwirkungen vorübergehend sind.

Langzeitfolgen

Schwierig ist die Aussage jüngere Patienten betreffend, die eine Hochdosischemotherapie erhalten, die Aussichten später Kinder zu bekommen. Durch die Chemotherapie kann es zu einer vorübergehenden oder länger anhaltenden Einschränkung der Fruchtbarkeit kommen. Da die Folgen sowohl von der Art der Therapie wie auch der Menge abhängen und eine allgemeine Abschätzung nicht möglich ist, sollten Patienten mit Kinderwunsch diese Frage individuell mit ihren Ärzten besprechen.

Als Folge der intensiven Therapie vor einer Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation besteht zudem ein gewisses Risiko, dass Jahre nach der Behandlung ein Zweitkrebs auftritt. Denn Zytostatika schädigen die Erbsubstanz und können dadurch selbst krebserregend wirken. Angesichts des erhofften Nutzens der Behandlung wird dieses Risiko jedoch in Kauf genommen: Ohne Therapie führt die Erkrankung zum Tode.

Meldung von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

Für die Meldung von Nebenwirkungen außerhalb der Geschäftszeiten erreichen Sie uns unter 02065 256 1665.

In medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.