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Lymphome - Therapie

Krankheits- und Behandlungsfolgen bei Lymphomen: Vorbeugen und lindern

Sowohl die Krankheit als auch die Therapie können die Gesundheit des Patienten belasten.
Meist verschwinden die Nebenwirkungen relativ schnell nach Behandlungsende, aber Spätfolgen sind auch möglich.

 


 


Abgeschlagenheit und Erschöpfung

Viele Lymphompatienten leiden unter lang andauernder Erschöpfung, was auch häufig als Fatigue bezeichnet wird (Fatigue (französisch)=Müdigkeit). Diese Begleiterkrankung ist sehr belastend für den Patienten, weil der Alltag sehr eingeschränkt sein kann. Im Gegensatz zur Erschöpfung am Abend oder nach körperlicher Anstrengung, kann die Fatigue nicht durch ausreichenden Schlaf kompensiert werden. Sie tritt meist während der Chemotherapie, Bestrahlung oder Immuntherapie auf und kann noch über Wochen und Monate, auch über die Behandlung hinaus, andauern.

Zu den Auslösern der Fatigue gehören neben dem Tumor selbst mit seinen messbaren Anzeichen, beispielsweise der B-Symptomatik mit Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiß auch die Chemo- oder Strahlentherapie. Dabei scheinen sowohl der krebszerstörenden Wirkung der Behandlung als auch der Ansammlung schädlicher oder giftiger Stoffwechselprodukte eine Rolle zuzukommen.

  • Wer unter B-Symptomen wie Fieber oder Nachtschweiß leidet und deshalb nicht gut schläft, ist tagsüber oft nicht richtig fit. Hier hilft die Lymphomtherapie an sich, den Zustand zu verbessern.
  • Fehlt während langer Behandlungsphasen die Möglichkeit zur körperlichen Betätigung, baut der Körper Muskelmasse ab, was wiederum die Belastbarkeit verringert. Zu viel Schonung nach dem Ende der Behandlung kann diesen Prozess leicht verstärken.

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Infektionsanfälligkeit

Viele Patienten sind sowohl durch die Krankheit selbst als auch durch die Therapie anfällig für Infektionen. Vor allem betroffen sind Patienten mit der chronisch lymphatischen Leukämie, dem Immunozytom und dem multiplen Myelom. Eine besondere Betreuung benötigen die Patienten, die eine Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation erhalten, nach der sich das Immunsystem nur langsam und manchmal auch nicht vollständig regeneriert. Wichtig ist die Kenntnis von Alarmzeichen, die zum Arzt führen sollten, z.B. Fieber, Atembeschwerden und Abgeschlagenheit. Eine Behandlung sieht dann meist einen frühzeitigen Einsatz von Antibiotika oder virushemmenden Mitteln vor.

Vorbeugend machen Antibiotika nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch keinen Sinn, wohingegen eine Schutzimpfung sinnvoll ist. Vorsichtig dagegen sollten Patienten mit immunstimulierenden Mitteln auf eigene Faust sein, da nicht genau geklärt ist, welche Zellarten stimuliert werden könnten und ob nicht sogar die Lymphomzellen zum Wachsen angeregt werden.

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Blutungsneigung, Gerinnungsstörungen

Bei einigen Lymphomformen ist die Neigung zu größeren oder kleineren Blutungen ein Symptom. Ursache ist meist eine Beeinträchtigung der Blutplättchen, entweder weil die Lymphomzellen schon die Bildung dieser für die Gerinnung verantwortlichen Zellen im Knochenmark stören, oder weil sich überschießende Immunreaktionen, wie beim Immunozytom, gegen die eigenen Blutzellen insgesamt richten. Je nach Situation werden Transfusionen gegeben, auch mit konzentrierten Blutplättchen.


Lymphome und Kinderwunsch

Schon vor Therapiebeginn zeigen viele betroffene Lymphompatienten Einschränkungen in der Fruchtbarkeit, was sich bei den Frauen in Form von Zyklusstörungen und bei den Männern in einer zu niedrigen Anzahl an lebensfähigen Spermien zeigt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es durch die Therapie zu einer vorübergehenden, aber auch dauerhaften Einschränkung der Zeugungs- und Empfängnisfähigkeit kommt.

    Die Möglichkeiten zum Schutz der Fruchtbarkeit sind begrenzt:
  • Ob das Einfrieren von Spermien für Männer Sinn macht, lässt sich meist vorher noch abklären.
  • Bei Frauen wird in Studien geprüft, die Eierstöcke mit Medikamenten während der Behandlung ruhig zu stellen. Ob dieser Schutz wirkt, steht noch nicht fest. Bei Bestrahlungen lässt sich unter Umständen das Eierstockgewebe operativ aus dem Strahlenfeld verlagern, aber auch diese Möglichkeit lässt sich rein praktisch nicht immer anwenden.

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Herzschäden

Nach einer Bestrahlung aller Lymphknotenstationen des Oberkörpers, einer so genannten Mantelfeldbestrahlung, ist das Risiko für Herzerkrankungen erhöht: Die Wahrscheinlichkeit einer Herzmuskelschwäche oder Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße steigt. Betroffene Patienten haben außerdem ein höheres Risiko für Herzinfarkte. In der Nachsorge werden Patienten, bei denen das Herz mitbestrahlt werden musste, gezielt untersucht. Mögliche Untersuchungsmethoden sind das Elektrokardiogramm (die Aufzeichnung der Herzströme) und die Ultraschalluntersuchung des Herzens.


Sekundäre Leukämien und andere Zweitkrebserkrankungen

Chemo- und Strahlentherapie schädigen nicht nur die Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen, so dass es bei wenigen Patienten Jahre nach der erfolgreichen Behandlung zu einer therapiebedingten Neuerkrankung kommt. Insgesamt ist die Gefahr einer solchen Zweittumorerkrankung zwar messbar, aber nicht zu vergleichen mit den Folgen einer unbehandelten aggressiven Lymphomerkrankung – diese würde in der Regel zum Tod führen.

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