www.onkologie.hexal.deLymphome - Diagnose
Die Diagnose muss durch einen Facharzt erfolgen!
Suchen Sie am Besten einen Internisten mit Schwerpunkt Onkologie
und Immunologie auf, zu dem Sie der Hausarzt überweist.
Es ist
nicht erforderlich, dass die Patienten für die Untersuchungen in eine
Klinik gehen, da diese auch ambulant durchgeführt werden können.
Allerdings ist eine stationäre Aufnahme in eine Klinik empfehlenswert,
wenn sich der Gesundheitszustand der Patienten sehr schnell verschlechtert.
Außerdem lassen sich notwendige Untersuchungen unter Umständen zügiger
durchführen, so dass so bald wie möglich mit der Therapie begonnen
werden kann.
Krankengeschichte und körperliche Untersuchung
Der Arzt wird zunächst die Anamnese erheben, indem er den Patienten zu seinen Lebensgewohnheiten, Beschwerden und weiteren Veränderungen befragt. Bei einer körperlichen Untersuchung werden die Lymphknoten und das lymphatische Gewebe untersucht. Das Abtasten der Milz und der Leber wird meist durch eine Ultraschalluntersuchung ergänzt, um die Größe der Organe beurteilen zu können.
Blutuntersuchungen
Maligne Lymphome fallen gelegentlich schon bei relativ einfachen Blutuntersuchungen und Zählungen der Blutzellen auf: Veränderungen im Blutbild sind zwar an sich sehr unspezifisch, aber ein Anlass für weitere Untersuchungen. Das Verhältnis von roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen verschiebt sich und bei einigen Lymphomtypen finden sich auch im Blut Lymphomzellen.
Untersuchung von Lymphknoten
Um eine sichere Diagnose zu erhalten, entnehmen die Ärzte unter einer örtlichen Betäubung einen verdächtigen Lymphknoten, der dann mikroskopisch und molekularbiologisch untersucht wird. Falls kein vergrößerter Lymphknoten ertastet werden kann, entscheiden die Ärzte sich für die Entfernung eines Knotens aus dem Körperinneren. Sollte ein Organ befallen sein, werden auch hier Proben entnommen.
Molekularbiologische Untersuchungen
Untersucht wird das Erbmaterial der Lymphomzellen, was nur an frischem oder tiefgefrorenem Gewebe gelingt. Von manchen Genveränderungen kennt man die Bedeutung für den Krankheitsverlauf und das Wachstumsverhalten des Lymphoms. Viele dieser Analysen sind allerdings noch Gegenstand der Forschung.
Weitere diagnostische Maßnahmen
Nach den ersten Untersuchungen kann eine genaue Diagnose noch nicht gestellt werden. Der Verdacht kann lediglich auf eine oder einige wenige Lymphomformen hinweisen. Die darauf folgenden Untersuchungen sind individuell für jeden Patienten abgestimmt und richten sich nach der jeweiligen Situation.
- Ist das Zentralnervensystem von Lymphomzellen angegriffen, lässt sich dies in einer Probe des Nervenwassers nachweisen. Dieser so genannte Liquor umgibt das Rückenmark und umspült auch das Gehirn. Zur Liquorentnahme führt der Arzt in örtlicher Betäubung eine dünne Nadel in der Lendenregion in den Rückenmarkskanal ein (Lumbalpunktion). Ist der Befall des Zentralnervensystems nachgewiesen, was vor allem bei aggressiven Lymphomen der Fall sein kann, erfolgt eine besonders darauf angepasste Therapie.
- Besteht der Verdacht auf einen Befall des oberen Magen-Darm-Traktes, müssen die Patienten mit einer Magenspiegelung und Biopsiegewinnung rechnen.
- Eine Untersuchung durch einen HNO-Arzt sollte durchgeführt werden, wenn Anhaltspunkte für Lymphome im Hals-Nasen-Rachenraum bestehen.
Untersuchung zur Beurteilung der Krankheitsausdehnung
Wenn der Lymphomtyp festgestellt wurde, folgen noch weitere
Untersuchungen, um das eigentliche Ausmaß der Erkrankung feststellen
zu können. Diese Untersuchungen können ambulant in der Arztpraxis
durchgeführt werden, so dass in den meisten Fällen ein Krankenhausaufenthalt
nicht notwendig ist. Teilweise müssen die Patienten jedoch zu einem Facharzt überwiesen
werden.
Die Untersuchungen werden nicht nur zur Bestimmung des Ausmaßes
der Krankheit angewendet, sondern begleiten den Patienten während der
gesamten Behandlung, da diese Methoden auch Aufschluss auf das Ansprechen einer
Therapie geben können.
Bildgebende Verfahren
Zu den bildgebenden Verfahren gehören der Ultraschall, die Computertomographie und die Kernspintomographie. Sie geben z.B. Auskunft darüber, wie viele Lymphknoten befallen sind und ob die Lymphomzellen natürliche Grenzen, wie das Zwerchfell, überschritten haben. Das heißt, dass mit Hilfe dieser Verfahren die Krankheitsausdehnung beurteilt werden kann. Der Stellenwert der Positronenemissionstomographie (PET) in der Lymphomdiagnostik ist noch nicht vollständig geklärt.
Endoskopische Untersuchungen, Bauchspiegelung
Eine Bauchspiegelung wird erforderlich, wenn die bildgebenden Verfahren keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Bei dieser Untersuchung wird in einer leichten Vollnarkose ein dünner Schlauch in die Bauchhöhle eingeführt. Gleichzeitig können auch Gewebeproben und Lymphknoten entnommen werden.
Szintigraphie
Bei einem Verdacht auf Lymphomherde im Skelett, muss eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Dabei werden schwach radioaktive Stoffe in den Körper eingebracht, die sich dann in den Geweben mit einem erhöhten Stoffwechsel anreichern. Dadurch, dass normales Knochengewebe einen sehr langsamen Stoffwechsel hat, lassen sich mit dieser Methode Lymphomherde von normalem Knochengewebe leicht abgrenzen.





