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Prostatakrebs - Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Operation

Unerwünschte Folgen der Operation lassen sich nicht immer vermeiden. Manche Patienten fühlen sich während der ersten Tage nach dem chirurgischen Eingriff unbehaglich. Schmerzen können mit Arzneimitteln bekämpft werden. Der Patient sollte offen mit dem Arzt oder den Pflegekräften über die Schmerzlinderung sprechen. Häufig fühlen sich die Patienten für eine gewisse Zeit müde und schwach. Die notwendige Zeitspanne für die Genesung nach der Operation ist für jeden Patienten unterschiedlich.

Eine unerwünschte Folge der Operation ist das Harnträufeln (Inkontinenz). Darunter versteht man, dass der Betroffene den Urin nicht mehr halten kann. Durch die Operation wird der Schließmuskel geschwächt, der für das Öffnen und Schließen zuständig ist. Daher ist ein Training sinnvoll und notwendig, damit die Muskulatur ihre neue Aufgabe lernen kann. Häufig lässt die Inkontinenz nach einigen Wochen Training deutlich nach oder ist verschwunden.

Eine weitere Folgeerscheinung kann die Beeinträchtigung der Gliedversteifung (Erektile Dysfunktion, Impotenz) sein. Für die Versteifungsfähigkeit des Gliedes sind zwei Nervenstränge verantwortlich, die rechts und links an der Prostata entlang laufen. Der Urologe kann diese Nerven bei der Operation nicht immer schonen. Der Verlust der Potenz beeinträchtigt aber nicht die sexuelle Lust und auch nicht das Gefühl im Penis. Sogar ein Orgasmus kann erlebt werden. Allerdings ist der Orgasmus nach Entfernung der Prostata trocken.

In einigen Fällen kann es einige Zeit nach der Operation zu einer Engstellung im Bereich der neuen Blasenharnröhrenverbindung kommen, so dass das Wasserlassen nur noch erschwert oder nicht mehr möglich ist.

In Folge der Lymphknotenentfernung kann es bei 5% bis 10% der Patienten zu einer Lymphozele kommen. Hierunter versteht man den Austritt von Lymphflüssigkeit durch ein großes, offen gebliebenes Lymphgefäß. Im Ultraschall lässt sich diese Komplikation leicht erkennen.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Bei sorgfältiger Bestrahlungsplanung und Benutzung moderner Strahlengeräte, bei dreidimensionaler Bestrahlungstechnik und Beachtung von Grenzwerten der Strahlungsdosis lassen sich Nebenwirkungen und Komplikationen in engen Grenzen halten. Manche Patienten merken von der Bestrahlung sogar gar nichts, andere haben Nebenwirkungen.
Gelegentlich kommt es zu Harndrang und Brennen beim Wasserlassen wie bei einer Blasenentzündung. Oft kann auch Stuhldrang mit krampfartigen Enddarmbeschwerden auftreten. Meist sind diese Nebenwirkungen jedoch problemlos mit Medikamenten zu behandeln. Falls derartige Beschwerden bei Ihnen auftreten, sprechen Sie Ihren Arzt bitte bald darauf an. Oft erst Wochen oder Monate nach der Bestrahlung können eine Schrumpfblase oder Harnröhrenvernarbungen, Fistelbildung in Darm oder Blase auftreten. Diese Komplikationen sind häufiger, wenn die Bestrahlungen nach einer Operation mit Entfernung der Lymphknoten erfolgte.

Wenn auch seltener als nach einer Operation kann es dennoch nach der Bestrahlung zu einer Impotenz kommen. Die Impotenz entwickelt sich allerdings erst längere Zeit nach Abschluss der Bestrahlung und lässt sich gut mit Medikamenten behandeln.

Gleiches trifft auch für die Inkontinenz zu, die zwar erheblich seltener als nach einer Operation, jedoch auch nach einer Bestrahlung gelegentlich auftreten kann.

Nebenwirkungen der Brachytherapie

Die Reichweite der radioaktiven Strahlung beträgt nur wenige Millimeter, so dass es trotz der relativ hohen Gesamtdosis von 160 Gy (Gy = Gray, ist eine Einheit zur Messung der Strahlendosis) kaum zu Nebenwirkungen auf das benachbarte, gesunde Gewebe kommt. Die Strahlendosis eines dauerhaften Implantates ist im Allgemeinen für andere Menschen nicht gefährlich.

Der große Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, dass eine sehr hohe Strahlendosis bei minimaler Belastung des, den Tumor umgebenden, Gewebes verabreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil sind die geringen Nebenwirkungen, besonders das geringe Impotenz- und Inkontinenzrisiko. Allerdings ist diese Behandlungsmethode nur bei Tumoren anwendbar die auf die Prostata begrenzt sind.

In den ersten Monaten nach dem Eingriff ist allerdings das Ausmaß von Blasenentleerungsstörungen relativ hoch. Manchmal treten die Probleme erst zeitlich verzögert nach der Bestrahlung auf. Häufig klagen die Patienten während der Therapie über Beschwerden beim Wasserlassen, manchmal auch über Durchfall und Brennen im Enddarm. Diese Symptome gehen aber einige Wochen nach der Bestrahlung wieder zurück.

Auch eine strahlungsbedingte Potenzstörung kann auftreten. Diese kann aber in der Regel mit Medikamenten gut behandelt werden.

Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie

Im Allgemeinen werden in der Prostatakarzinomtherapie nur "milde Zytostatika" verabreicht, die im Vergleich zu den bei anderen Krebserkrankungen durchgeführten Chemotherapien nur sehr geringe Nebenwirkungen haben.

Bei einigen Zytostatika wurden allergische Reaktionen beobachtet. Deshalb ist die regelmäßige, niedrig dosierte Einnahme von Kortisonpräparaten sinnvoll.

Nebenwirkungen der Hormontherapie

LHRH-Analoga sind Hormone, die den Regelkreis in der Hirnanhangsdrüse blockieren, so dass im Hoden schließlich keine männlichen Geschlechtshormone mehr produziert werden können. Die Hormontherapie (genauer eigentlich: Hormonentzugstherapie) beim Mann führt zur Veränderung des Allgemeinbefindens. Am besten kann man diesen körperlichen Zustand mit dem einer Frau in den Wechseljahren vergleichen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören neben fehlendem Sexualtrieb und depressiven Stimmungsveränderungen auch Antriebsarmut und Hitzewallungen. Im Laufe der Jahre können auch Stoffwechselstörungen in den Muskeln und Knochen (Knochenschwund) auftreten. Es kommt zu einer deutlichen Zunahme von Knochenbrüchen bei antihormonell behandelten Männern. Einige Studienergebnisse messen der Einnahme von Vitamin D, alle 3 Monate, eine prophylaktische Bedeutung bei.

Nach alleiniger Gabe von manchen Antiandrogenen können Libido und Potenz noch lange erhalten bleiben, sie nehmen erfahrungsgemäß nach einiger Zeit jedoch auch ab. Weitere Nebenwirkungen sind: Anschwellen und Schmerzen der Brustdrüsen (Gynäkomastie). Durch eine prophylaktische Bestrahlung der Brust kann dies verhindert werden.

Die Leberfunktion sollte sorgfältig überprüft werden, da gelegentlich Störungen an den Leberzellen auftreten. Manchmal kommt es zu einer Verschlechterung des Diabetes mellitus. Psychische Verstimmungen können auch nach der Gabe von Antiandrogenen auftreten.

Grundsätzlich ist nach einer Kastration (gleichgültig ob operativ oder chemisch bedingt) langfristig mit einem erhöhten Osteoporoserisiko zu rechnen. Bei alleiniger Antiandrogentherapie ist dies geringer.

Nebenwirkungen der Bisphosphonattherapie

Bisphosphonate verursachen nur selten Nebenwirkungen. Bei zu schneller oder zu häufiger Gabe kann der Kalziumspiegel im Blut sinken, was zu Krämpfen und Benommenheit führen kann. Hier ist eine schnelle Behandlung nötig! Gelegentlich können Knochenschmerzen auftreten, die nach einiger Zeit von selbst verschwinden. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin D und Kalzium-Brausetabletten ist unter Bisphosphonatbehandlung sinnvoll.

Meldung von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

Für die Meldung von Nebenwirkungen außerhalb der Geschäftszeiten erreichen Sie uns unter 02065 256 1665.

In medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.