www.onkologie.hexal.deProstatakrebs - Nebenwirkungen
Nebenwirkungen der Operation
Unerwünschte Folgen der Operation lassen sich nicht immer vermeiden. Manche Patienten fühlen sich während der ersten Tage
nach dem chirurgischen Eingriff unbehaglich. Schmerzen können mit Arzneimitteln bekämpft werden. Der Patient sollte offen mit dem Arzt oder den Pflegekräften über die Schmerzlinderung sprechen. Häufig fühlen sich die Patienten für eine gewisse Zeit müde und schwach. Die notwendige Zeitspanne für die Genesung nach der Operation ist für
jeden Patienten unterschiedlich.
Eine unerwünschte Folge der Operation ist das Harnträufeln (Inkontinenz). Darunter versteht man, dass der Betroffene den Urin nicht mehr halten kann. Durch die Operation wird der Schließmuskel geschwächt, der für das Öffnen und Schließen zuständig ist. Daher ist ein Training sinnvoll und notwendig, damit die Muskulatur ihre neue Aufgabe lernen kann. Häufig lässt
die Inkontinenz nach einigen Wochen Training deutlich nach oder ist verschwunden.
Eine weitere Folgeerscheinung kann die Beeinträchtigung der Gliedversteifung (Erektile Dysfunktion, Impotenz) sein. Für die Versteifungsfähigkeit des Gliedes sind zwei Nervenstränge verantwortlich, die rechts und links an der Prostata entlang laufen. Der Urologe kann diese Nerven bei der Operation nicht immer schonen. Der Verlust der Potenz beeinträchtigt aber nicht die sexuelle Lust und auch nicht das Gefühl
im Penis. Sogar ein Orgasmus kann erlebt werden. Allerdings ist der Orgasmus
nach Entfernung der Prostata trocken.
In einigen Fällen kann es einige Zeit nach der Operation zu einer Engstellung im Bereich der neuen Blasenharnröhrenverbindung kommen, so dass das Wasserlassen nur noch erschwert oder nicht mehr möglich
ist.
In Folge der Lymphknotenentfernung kann es bei 5% bis 10% der Patienten
zu einer Lymphozele kommen. Hierunter versteht man den Austritt von Lymphflüssigkeit durch ein großes, offen gebliebenes Lymphgefäß. Im Ultraschall lässt
sich diese Komplikation leicht erkennen.
Nebenwirkungen der Strahlentherapie
Bei sorgfältiger Bestrahlungsplanung und Benutzung moderner Strahlengeräte,
bei dreidimensionaler Bestrahlungstechnik und Beachtung von Grenzwerten
der Strahlungsdosis lassen sich Nebenwirkungen und Komplikationen in
engen Grenzen halten. Manche Patienten merken von der Bestrahlung sogar
gar nichts, andere haben Nebenwirkungen.
Gelegentlich kommt es zu Harndrang und Brennen beim Wasserlassen
wie bei einer Blasenentzündung. Oft kann auch Stuhldrang
mit krampfartigen Enddarmbeschwerden auftreten. Meist sind
diese Nebenwirkungen jedoch problemlos mit Medikamenten zu
behandeln. Falls derartige Beschwerden bei Ihnen auftreten, sprechen
Sie Ihren Arzt bitte bald darauf an. Oft erst Wochen oder Monate nach
der Bestrahlung können eine
Schrumpfblase oder Harnröhrenvernarbungen, Fistelbildung in
Darm oder Blase auftreten. Diese Komplikationen sind häufiger,
wenn die Bestrahlungen nach einer Operation mit Entfernung der
Lymphknoten erfolgte.
Wenn auch seltener als nach einer Operation kann es dennoch
nach der Bestrahlung zu einer Impotenz kommen. Die Impotenz
entwickelt sich allerdings erst längere Zeit nach Abschluss der
Bestrahlung und lässt sich gut mit Medikamenten behandeln.
Gleiches trifft auch für die Inkontinenz zu, die zwar erheblich
seltener als nach einer Operation, jedoch auch nach einer
Bestrahlung gelegentlich auftreten kann.
Nebenwirkungen der Brachytherapie
Die Reichweite der radioaktiven Strahlung beträgt nur wenige Millimeter,
so dass es trotz der relativ hohen Gesamtdosis von 160 Gy
(Gy = Gray, ist eine Einheit zur Messung der Strahlendosis) kaum zu
Nebenwirkungen auf das benachbarte, gesunde Gewebe kommt.
Die Strahlendosis eines dauerhaften Implantates ist im Allgemeinen
für andere Menschen nicht gefährlich.
Der große Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, dass eine sehr
hohe Strahlendosis bei minimaler Belastung des, den Tumor umgebenden,
Gewebes verabreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil sind die geringen
Nebenwirkungen, besonders das geringe Impotenz- und Inkontinenzrisiko.
Allerdings ist diese Behandlungsmethode nur bei Tumoren anwendbar die
auf die Prostata begrenzt sind.
In den ersten Monaten nach dem Eingriff ist allerdings das Ausmaß
von Blasenentleerungsstörungen relativ hoch. Manchmal treten die
Probleme erst zeitlich verzögert nach der Bestrahlung auf. Häufig
klagen die Patienten während der Therapie über Beschwerden
beim Wasserlassen, manchmal auch über Durchfall und Brennen
im Enddarm. Diese Symptome gehen aber einige Wochen nach
der Bestrahlung wieder zurück.
Auch eine strahlungsbedingte Potenzstörung kann auftreten. Diese
kann aber in der Regel mit Medikamenten gut behandelt werden.
Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie
Im Allgemeinen werden in der Prostatakarzinomtherapie nur "milde
Zytostatika" verabreicht, die im Vergleich zu den bei anderen
Krebserkrankungen durchgeführten Chemotherapien nur sehr geringe
Nebenwirkungen haben.
Bei einigen Zytostatika wurden allergische Reaktionen beobachtet. Deshalb
ist die regelmäßige, niedrig dosierte Einnahme von Kortisonpräparaten
sinnvoll.
Nebenwirkungen der Hormontherapie
LHRH-Analoga sind Hormone, die den Regelkreis in der Hirnanhangsdrüse
blockieren, so dass im Hoden schließlich keine männlichen
Geschlechtshormone mehr produziert werden können.
Die Hormontherapie (genauer eigentlich: Hormonentzugstherapie)
beim Mann führt zur Veränderung des Allgemeinbefindens. Am
besten kann man diesen körperlichen Zustand mit dem einer Frau
in den Wechseljahren vergleichen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen
gehören neben fehlendem Sexualtrieb und depressiven
Stimmungsveränderungen auch Antriebsarmut und Hitzewallungen.
Im Laufe der Jahre können auch Stoffwechselstörungen in
den Muskeln und Knochen (Knochenschwund) auftreten. Es
kommt zu einer deutlichen Zunahme von Knochenbrüchen bei
antihormonell behandelten Männern. Einige Studienergebnisse
messen der Einnahme von Vitamin D, alle 3 Monate, eine prophylaktische
Bedeutung bei.
Nach alleiniger Gabe von manchen Antiandrogenen können
Libido und Potenz noch lange erhalten bleiben, sie nehmen
erfahrungsgemäß nach einiger Zeit jedoch auch ab.
Weitere Nebenwirkungen sind: Anschwellen und Schmerzen der
Brustdrüsen (Gynäkomastie). Durch eine prophylaktische Bestrahlung
der Brust kann dies verhindert werden.
Die Leberfunktion sollte sorgfältig überprüft werden, da gelegentlich
Störungen an den Leberzellen auftreten. Manchmal kommt es
zu einer Verschlechterung des Diabetes mellitus.
Psychische Verstimmungen können auch nach der Gabe von
Antiandrogenen auftreten.
Grundsätzlich ist nach einer Kastration (gleichgültig ob operativ
oder chemisch bedingt) langfristig mit einem erhöhten Osteoporoserisiko
zu rechnen. Bei alleiniger Antiandrogentherapie ist dies geringer.
Nebenwirkungen der Bisphosphonattherapie
Bisphosphonate verursachen nur selten Nebenwirkungen. Bei zu schneller oder zu häufiger Gabe kann der Kalziumspiegel im Blut sinken, was zu Krämpfen und Benommenheit führen kann. Hier ist eine schnelle Behandlung nötig! Gelegentlich können Knochenschmerzen auftreten, die nach einiger Zeit von selbst verschwinden. Die zusätzliche Einnahme von Vitamin D und Kalzium-Brausetabletten ist unter Bisphosphonatbehandlung sinnvoll.





